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Samstag, 21. November 2015

Lieblingsgemüsesorten

Meine Lieblingsgemüsesorten

Ich stelle hier meine absoluten Lieblingsgemüsesorten vor. Sie sind natürlich wieder etwas "exotischer" Natur, aber sonst wärs ja nicht von mir...
Ich denke, dass es für die meisten unter euch nicht so gängige Gemüsesorten sind, weshalb ich auch noch ein paar Infos dazu schreiben werde. Ich liebe sie deshalb so, weil sie sehr vielseitig verwendet und teils auch zu vielen Gewürzen kombiniert werden können. Gewürze und Pikantes mag ich total gern. Ich finde, jede Sorte hat ihren Reiz.


SÜSSKARTOFFEL


Bei der Süsskartoffel, auch Batate, wird vor allem die Wurzelknolle in der Küche verwendet. In Afrika wird das Kraut teilweise wie Spinat gekocht und zu der gekochten Knolle serviert. Die Süsskartoffel wurde früher als Kulturpflanze von allen lateinamerikanischen Völkern genutzt. Heute wird sie auch in den Tropen und Subtropen der ganzen Welt, sowie sogar in Europa angebaut. 
Die rotfleischigen Süsskartoffeln eignen sich zur Verwendung in der Küche fast am Besten. Sie werden geschält oder ungeschält gebacken, frittiert, gekocht und püriert. In den USA gehört die Süsskartoffel an Thanksgiving als Beilage zum Truthahn unbedingt dazu! In Asien werden Nudeln oder sogar alkoholische Getränke daraus gemacht. Sie eignet sich ebenfalls für Süssspeisen.
Die Süsse ist gut kombinierbar mit Curry oder anderen Gewürzen. Ich mag sie am Liebsten als Ofenkartoffeln mit Kräutern und Knoblauch oder als Suppe mit etwas Curry und Kokosmilch. Sie ist schnell gekocht und gebacken und daher geeignet für den schnellen Hunger! :-)



KOCHBANANE (Gemüsebanane)

Die Kochbanane erhält man in der Schweiz in grösseren Supermärkten bei den exotischen Früchten. Sie sind dicker als die süssen Bananen, die wir kennen. 
Die Schale ist dicker. In allen tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Asiens und Amerikas gilt die Kochbanane als Grundnahrungsmittel. Wenn sie schön reif ist, hat sie ebenfalls eine leichte Süsse. Grün finde ich sie bitter und eher ungeniessbar. Wenn du welche im Laden kaufen willst, achte unbedingt darauf, dass die Banane nicht grün ist. Sie sollte in der Grundfarbe Gelb sein, darf aber auch schwarze Stellen haben. So eignet sie sich für die meisten Gerichte. Ihr Mehl wird als Ersatzmehl für Zöliakie-Patienten verwendet. Wenn die Schale ganz schwarz ist, kann sie auch im rohen Zustand gegessen werden. Ansonsten muss sie gekocht werden. In Afrika wird die grüne Banane zerstampft und dann gekocht als Beilage zu Fisch und Fleisch gegessen. 
Ich mag die Kochbanane am Liebsten als Apéro-Häppchen. In etwas Öl gebraten oder frittiert, gesalzen und scharf gewürzt... hmmmm! Auch als Beilage zu einer Vorspeise eignet sie sich. Die etwas reifere Banane habe ich schon zusammen mit Kokosmilch zu Suppe verarbeitet. 
Auch alles schnell zubereitet. Gut für den ersten Hunger am Abend nach der Arbeit.



TOPINAMBUR


Wahrscheinlich ist das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Topinambur Mexiko. Sie gilt als Kulturpflanze der Indianer. Heute erhältst du sie auch in unseren Läden. Tompinambur wird in Europa angepflanzt und besitzt viele Namen. So zum Beispiel Indianerknolle, Jerusalem-Artischocke, Erdbirne, Ewigkeitskartoffel, Rosskartoffel oder Erdtrüffel!
Topinambur ist eine Wurzelknolle, ähnlich der Kartoffel. Ihre Schale ist jedoch dünner und das Fruchtfleisch feiner. Sie wird bei uns das ganze Jahr durch geerntet, wobei die Haupterntezeit der Herbst ist. 
Topinambur verfügt über einen ganz speziellen, eigenen Geschmack, den ich gar nicht richtig beschreiben kann. Etwas erdig, aber nicht zu sehr. Auch ein wenig in Richtung der Artischocke und der Cardons (s. unten). Die Knolle kann scheinbar auch roh gegessen werden. Ich mags lieber gekocht! 
Ich verwende sie gedämpft und gut gewürzt als Beilage oder als Suppe mit wenig Rahm. In der Suppe kommt der einzigartige Geschmack des Topinambur so richtig zur Geltung. Auch gratiniert schmeckt sie hervorragend!
Die Garzeit ist etwas länger als bei der Süsskartoffel. Der Tompinambur sollte nicht zu knackig gegessen werden, da er sonst meiner Meinung nach den typischen Geschmack nicht recht entfaltet. Ich habe ihn auch schon gewürfelt dem Risotto beigefügt, was auch sehr lecker geschmeckt hat.
Es lohnt sich wirklich, ihn mal zu kosten. Entweder es schmeckt, oder du bist um eine Erfahrung reicher!



CARDY / CARDONS


Weitere Namen des Cardy sind Spanische Artischocke, Gemüseartischocke und Kardone. Ich kenne sie aus dem Genferseegebiet als Cardon. Ich habe gelesen, dass dies die bekannteste Cardy-Sorte ist. Unter dem Namen "Cardon argenté épineux de Plainpalais" ist sie als erstes Schweizer Gemüse ins AOC-Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen aufgenommen worden. 
Cardy ist eine distelartige Kulturpflanze. Es werden davon die fleischigen Blattstiele in der Küche verwendet. Der Cardy ist frostempfindlich und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Die Hauptblütezeit ist von August bis September.
Der Cardy ist im Geschmack der Artischocke ähnlich, weshalb ich ihn wahrscheinlich auch so sehr mag.
In Gärtnereien wird sie hin und wieder verkauft, aber hier in meinem Garten wird wohl nichts daraus... Zudem ist es auch eine ziemlich stachelige Angelegenheit. Ich lass das lieber machen :-).
Ich kenne die Cardons, so nenn ich sie, nur aus dem Glas. Aber sie schmecken mir trotzdem. Nun hatte ich sie schon sehr lange nicht  mehr und werde mich wohl wieder einmal auf die Suche machen. Erntezeit ist Ende Oktober und im Verkauf erhältlich ist der Cardy vor allem im Dezember. 
Cardons esse ich am liebsten gratiniert an einer Rahmsauce, im Ofen zubereitet. 
Nach Art meiner Mutter... hmmmm. 
Im Rahmen meiner "Rezeptreise Schweiz" werde ich das Rezept, das ich kenne, hier einstellen. Dort kannst du auch noch mehr über die Pflanze erfahren.



BUTTERNUSSKÜRBIS

Kürbis ist ein Gemüse, welches ich zwar ass, aber nie so richtig lecker fand. Erst später habe ich entdeckt, wie vielfältig der Kürbis als Küchenzutat sein kann und auch, dass jede Sorte wieder andere Qualitäten hat. Es wird grob zwischen Gemüse- und Gartenkürbis, Riesenkürbis und Moschuskürbis unterschieden. Der beliebteste Kürbis ist wohl der "Jack-OLantern", der orange, ovale Kürbis, welcher gerne zum Aushöhlen an Halloween benutzt wird. Der grüne Muskatkürbis kann dazu ebenfalls benutzt werden. Sein intensiv oranges Fruchtfleisch schmeckt leicht nach Muskat, weshalb er oft zu Gratins oder Pürée verarbeitet wird.
Der rote Hokkaido hat einen feinen nussigen Geschmack. Er muss nicht geschält werden und eignet sich sehr gut für Suppen. Die rote Schale gibt der Suppe eine schöne, intensive Farbe.
Mein Lieblingskürbis ist jedoch der Butternusskürbis. Er hat eine flaschenartige Form. Gelagert werden kann er bis zu einem Jahr und wird zunehmend kräftiger in Geschmack und Farbe. Als ich ihn kennenlernte, begann ich mehr Kürbis zu essen. Eine Arbeitskollegin brachte ihn aus dem eigenen Garten mit und bereitete ihn für sich zum Mittagessen zu. Ich war erstaunt, wie schnell das ging und wie gut er schmeckte. Sie hat ihn in ca. 1cm dicke Scheiben geschnitten, diese halbiert und die Halbmonde im Öl mit Salz und etwas Gewürzen angebraten. Dies ist bis heute meine Lieblingszubereitungsart geblieben! Ich schnetzle noch Knoblauch und frischen Rosmarin und Thymian dazu. Schnell gemacht und zu Salat wunderbar.



SCHWARZWURZELN
„SchwarzwurzelWurzelnBundware“ von Goldlocki - of my own work.
Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:SchwarzwurzelWurzelnBundware.jpg#/media/File:SchwarzwurzelWurzelnBundware.jpg
Im Mittelalter wurde die Schwarzwurzel als Heilmittel gegen Schlangenbisse und Herzleiden verwendet. Spanische Schwarzwurzel oder Winterspargel sind andere Bezeichnungen für die Schwarzwurzel.
Die Schwarzwurzel wächst in lockeren, eher sandigen Böden. Ursprünglich kommt sie aus Spanien. Sie ist frosthart und überwinterbar. und kann somit von Oktober bis März geerntet werden. Bei der Ernte dürfen die Wurzeln nicht gebrochen werden, da sonst der Milchsaft ausläuft und die Wurzel austrocknet. Faszinierend an dem Gemüse ist das weisse "Fleisch", welches beim Schälen unter der schwarzen Haut zum Vorschein kommt!
Wenn du frische Schwarzwurzeln im Laden kaufst, musst du sie unter fliessendem Wasser mit dem Sparschäler grosszügig schälen (deshalb nicht zu dünne kaufen!). Danach sofort ins Wasserbad legen, damit sie nicht braun werden. Dem Wasser kann Zitronensaft oder Essig zugegeben werden. Beim Schälen empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen, denn der klebrige Milchsaft färbt die Hände schwarz. Schwarzwurzeln frisch zu verarbeiten, bedeutet etwas an Arbeit, schmeckt natürlich aber unvergleichbar gut.
Die geschälten und in Stifte geschnittenen Schwarzwurzeln werden in kochendem Wasser blanchiert und vorgekocht. Dann kannst du sie einfrieren. 
Natürlich darf die Schwarzwurzel auch sofort genossen werden. Dazu die Wurzeln in Stifte schneiden, weich kochen und als Beilage servieren.
Für Faule wie mich (meistens) gibt es Schwarzwurzeln im Glas oder in der Dose zu kaufen. Die sind schon gerüstet und vorgekocht und haben eine kürzere Garzeit.
Ich mag die Schwarzwurzeln in allen Variationen. Am Liebsten mit etwas Bouillon und Rahm kurz im Backofen überbacken und abgeschmeckt. Aber auch als Salat mit Kräutern oder als Suppe liebe ich das Gemüse!




Nun hab ich Hunger ;-(
Ich hoffe, der Post hat euch gefallen. Guten Appetit!





Sonntag, 1. November 2015

Rezeptreise November

Gratins de cardons

Herzlich willkommen im Kanton Genf! Cardons kennen viele Leute gar nicht. Sie sind auch schwer zu bekommen. Karden, zu deutsch, sind stachelige Stängel die ähnlich wie Artischocken schmecken. Cardon, eine meiner Lieblingsgemüsesorten, weckt bei mir Kindheitserinnerungen. Meine Mutter kannte dieses Gemüse aus der Genferregion. Eine Zeit lang unternahmen wir fast jährlich eine Schweizerreise nach Evian, wo die Cardons im Glas noch verkauft wurden. Mit vollgepackten, tonnenschweren Rucksäcken kehrten wir zufrieden zurück und genossen dieses wunderbare Gemüse zu Hause!
Nun, Jahre später, haben mein Mann und ich uns das Betty Bossi Kochbuch "Schwiizer Chuchi" gekauft. Und siehe da, was finde ich?! Das Rezept "Gratins de Cardons", nicht ganz so zubereitet, wie ich es von meiner Mutter kenne, aber sicher auch schmackhaft.
Ich möchte dir nun also dieses sagenhaft leckere Gemüse näher bringen, auch wenn es schwierig ist, Cardons zu besorgen. In grossen Gärtnereien habe ich auch schon Cardy gesehen für in den Garten. Aber ich habe keine Erfahrungswerte, wie gut sie in unserer Region gedeihen...
Im Welschland dürfen Cardons offenbar an Weihnachten nicht fehlen. Zwischen November und Januar kann man sie dort auf dem Wochenmarkt kaufen.

Geschichte der Cardons
Das Gemüse wird in Genf schon seit mehr als 300 Jahren angebaut. Ende des 17. Jahrhunderts flohen die Hugenotten aus Frankreich nach Genf und pflanzten den Cardy in der Plaine de Plainpalais bei Genf an. Dort herrschten die dafür optimalen Bedingungen. Man nimmt an, dass die Pflanze ursprünglich aus Äthiopien stammt. In Griechenland und Rom war sie schon 500 Jahre vor Christus bekannt. Auch Julius Cäsar schien dem Cardy, Überlieferungen zu Folge, nicht abgeneigt zu sein. 
2003 wurde die "Cardon épineux genevois" mit der geschützten Ursprungsbezeichnung AOC ausgezeichnet. 

Kultivierung und Verwendung
Cardy wird auch in Spanien, der französischen Provence, Norditalien und in einigen Ländern Südamerikas angebaut. Allerdings unterscheidet sich der Genfer Cardy durch seine Dornen von diesen Sorten. Für die Genfer stehen gerade diese für Geschmack und Qualität. 
Seit Generationen wird die besondere Cardy-Sorte in Genf gezüchtet. In den 90er Jahren mussten mehrere Gemüsebauer ihre Cardy-Produktion einstellen, da der spanische Cardy den heimischen zu verdrängen drohte. Im Jahre 2000 gründeten die verbliebenen Produzenten den Verein Cynara, welcher es schaffte, die Cardysorte ab 2003 unter dem Namen "Cardon épineux de Genève" mit der Bezeichnung AOC zu vermarkten!
Die Aussaat des Cardy erfolgt im März. Ende Oktober wird jede Pflanze mit schwarzem Plastik eingehüllt, um das Sonnenlicht fernzuhalten. Die Pflanze wächst weiter, bleicht jedoch aus, da die Photosynthese verhindert wird. Zudem verlieren die Blattstiele so ihre Bitterkeit, werden zarter und nussig im Geschmack. Die Ernte im November wird nach wie vor von Hand betrieben, genauso wie das Rüsten. 
Mitte Dezember findet das Genfer Volksfest L'Escalade statt. Zu diesem Anlass darf der Cardy auf der Festtafel nicht fehlen! Wie oben schon erwähnt, ist er auch an Weihnachten als Beilage nicht mehr wegzudenken. 
90 Prozent der jährlichen Produktion werden in Genf verkauft. Der "Cardon épineux genevois" ist in der Genfer Kultur tief verankert und in anderen Kantonen der Schweiz nicht so bekannt. 


Deshalb mache ich hier etwas Werbung für den Cardy, die Cardons, die einfach einzigartig schmecken! In Delikatessläden müssten die Cardons auch in anderen Kantonen der Schweiz erhältlich sein.... 
Nun, ich habe die Cardons in der Globus Delicatessa Zürich gefunden. Nach einigen Telefonaten habe ich dann doch diesen sündhaft teuren Preis bezahlt. Demnach müssten die Cardons vergoldet sein!!:-) Also als Weihnachtsgericht ist es ok, aber sonst für unter dem Jahr einfach zu teuer. Also lieber in der Genferregion einkaufen, wenn es geht!

So bereite ich die Cardons zu:


Zeit: ca. 20 min.

Zutaten und Material: 
Ein Glas Cardons, niedrige Gratinform, Rahm, Bouillon, Gewürze nach Belieben, ev. Reibkäse (Gruyère mild)












Anleitung Zubereitung:
Cardons nebeneinander in die Gratinform legen.
Etwas Bouillon anrühren und dazu giessen. Dann Rahm dazu und würzen. Wer möchte, kann noch etwas Reibkäse darüber streuen.
Im vorgeheizten Ofen bei 180-200°C, Umluft, überbacken.
In Genf wird zum Cardy vorwiegend Geflügelfleisch oder Schweinebraten serviert. 

Traditioneller Cardy-Gratin: (für 4-6 Personen)
1-2 Bündel Cardy (ca. 1kg Cardons aus dem Glas)
3 EL Milch
2 EL Butter
1 EL Mehl
1,5dl Milch
1dl Rahm
Salz
frisch geriebene Muskatnuss
Butter für die Form
100g geriebener Gruyère

Cardy in 3-4cm lange Stücke schneiden und in Salzwasser und wenig Milch weich kochen. (Erübrigt sich beim Cardy aus dem Glas)
Butter und Mehl in der Pfanne dünsten, mit Milch ablöschen und zu einer weissen Sauce kochen. Mit Rahm verfeinern und würzen. Eine Auflaufform mit Butter ausstreichen, Cardy schichtweise, abwechselnd mit Gruyère hineingeben, mit Sauce übergiessen. Bei Oberhitze gratinieren bis sich die Oberfläche leicht verfärbt.





Ich hoffe, es schmeckt!



Donnerstag, 1. Oktober 2015

Rezeptreise Oktober

Capuns

Ein Rezept aus dem Kanton Graubünden!
Das Bündnerland ist schön, das ist unbestritten. Zudem kann man sich dort auch feine, meist deftige Leckerbissen zu Gemüte führen.
Da ich eine Laktoseintoleranz habe, bin ich oft gezwungen, meiner Versuchung zu widerstehen und ein anderes Menü zu wählen. So zum Beispiel bei den Capuns, die mir jedes Mal, wenn sie bei meinem Mann auf dem Teller liegen, das Wasser im Mund zusammenfliessen lassen!!!
Klar habe ich mich hier nun für die Capuns entschieden, wie könnte ich auch anders. Denn kann ich sie selber mit meinen laktosefreien Produkten herstellen, darf ich sie auch essen!
Das Rezept habe ich von meiner lieben Freundin Domenica bekommen. Sie stellt die Capuns im Herbst zu Hunderten her und hat in ihrem riesigen Garten sogar Capunspflanzen. 
Hat man diese nicht, kann man für die Wickel auch Mangold oder Krautstiel nehmen. Ich mag den Mangold nicht, weshalb ich unten im Rezept Krautstiel verwende. 
Leider hatte ich Probleme beim Einkauf, da ich keine schönen Blätter in Idealgrösse bekommen habe. Im eigenen Garten scheint mir das jedoch kein Problem. Beim Besorgen im Laden, solltest du aber darauf achten, dass es schöne, mittelgrosse Blätter sind.
Mein Rezept und die Zubereitung habe ich für mich nach Gutdünken noch etwas angepasst.
Nun aber los! Damit es Appetit gibt! :-)


Zeit: ca. 90min. Zubereitung + 20min. im Ofen












 

Zutaten und Material:
Krautstielblätter ohne Stiel (ca. 20 Blätter), 125g Mehl, 1 Ei, ca. 1,5dl Milch, 2 EL Mascarpone, Gewürze nach Belieben, 1 Bund Peterli, 1 Bund Schnittlauch, 1 Bündner Salsiz, 1 Zwiebel, Butter, Käse nach Wahl, 1,5dl Rahm, 2 dl Bouillon, Töpfe, Gratinform, Abschöpfkelle, Schüssel mit Eiswasser





Tipps:
  • Unversehrte mittelgrosse Blätter nehmen. Den Stielansatz etwas wegschneiden.  
  • Beim Erwellen nicht zuviele Blätter auf einmal in den Topf geben, sonst verheddern sie sich und reissen beim Entwirren.
  • Der Spätzliteig darf nicht zu flüssig sein.
  • Wenn der Salsiz winzig klein geschnitten wird, ist es angenehmer zum Essen.
  • Auf die ofenfertigen Capuns können auch noch Speckwürfeli gegeben werden.
  • Die Capuns können eingefroren werden. Dann ohne Rahm und Milch zubereiten, nurin Bouillon gar kochen und erkalten lassen.

Anleitung:

1 Krautstiel vorbereiten
Den Krautstiel waschen, die Stiele wegschneiden und die Blätter ca. 30sek. in kochendem Wasser erwellen. Vorsichtig herausnehmen, im Eiswasser abschrecken und auf einem Teller auslegen.    












2 Spätzliteig herstellen
In einer Bratpfanne fein gehackte Zwiebel, feingehackter Salsiz anbraten und auskühlen lassen.
Mehl und Ei gut verrühren, Milch und Mascarpone nach und nach dazu geben, bis der Teig die richtige Konsistenz erreicht hat.
Würzen und erkaltete Zwiebel-Salsizmasse unterrühren.
Fein gehackter Peterli und Schnittlauch unterrühren und den Teig etwas stehen lassen.

3 Füllen und Rollen
Nun einen Esslöffel Füllung auf die untere Seite des Blattes geben. Einmal aufrollen, dann die Seiten einschlagen und fertig aufrollen.















4 Zubereitungsmöglichkeiten
Zum Einfrieren: Die Capuns in Bouillon ca. 10min. gar kochen, erkalten lassen und einfrieren.
In Pfanne zubereitet: Capuns in einer grossen Bratpfanne in Butter beidseitig anbraten, mit Milchwasser übergiessen und ca. 15-20min. köcheln lassen. Dann geniessen.
Im Ofen überbacken: Capuns in eine ofenfeste Form legen, 1.5dl Rahm und 2dl Bouillon dazu giessen. Im vorgeheizten Ofen ca. 12-15min. backen. Dann geriebenen Käse und ev. Speckwürfeli darüber streuen und weitere 5min. fertig backen.














Oh Gott! Jetzt habe ich soooo Appetit darauf! 

Noch eine Variation: Rahmguss mit Safran würzen. Schmeckt super, finde ich!

Willkommen im Bündnerland und guten Appetit!!!
  


Mittwoch, 1. Juli 2015

Rezeptreise Juli

Birchermüesli

Ein Rezept aus dem Kanton Zürich. 
Das Birchermüesli wurde vom Zürcher Arzt Maximilian Bircher-Benner 
(1867-1939) entwickelt. Er ist der Gründer des Sanatoriums "Lebendige Kraft" am Zürichberg, heute bekannt unter "Bircher-Benner-Klinik", welche jedoch 1994 geschlossen wurde. 2011 wurde in Braunwald das Medizinische Zentrum Bircher-Benner neu eröffnet.
Dr. Bircher-Benner nannte das Müesli "d Spys" oder "Apfeldiätspeise". Er war Vertreter der Rohkosternährung. Das Originalrezept besteht nur aus Äpfeln, Haferflocken, Haselnüssen, Wasser, Zitronensaft und gezuckerter Kondensmilch.
Hauptbestandteil waren die frisch, mit Schale und Kerngehäuse, geriebenen Äpfel. 
Innert kürzester Zeit wurde das Birchermüesli populär. Ab den 1950er Jahren kam das Müesli in vielen Deutschschweizer Haushalten zum Abendessen auf den Tisch. Die Rezepte wichen schon bald vom Original ab. Die Kondensmilch wurde durch Joghurt, Zucker oder Rahm ersetzt. Und das Birchermüesli erfreute sich vielmehr zum Frühstück grosser Beliebtheit.
Während der 68er Bewegung ergänzte das Müesli die alternative, ökologische Lebensweise. 
Heute ist das Birchermüesli bei Gesundheits- und Fitnessbewussten sehr beliebt. Ein gesunder Fast-Food.

Wer mich kennt, wird wissen, dass es mich in allen meinen Fingern gejuckt hat, meine eigene Birchermüeslikreation ins Netz zu stellen. :-)
Du findest also nicht wie vielleicht vermutet, oder erhofft, das traditionelle Birchermüesli auf meiner Seite.
Vielmehr möchte ich dir eine Exotisch-orientalische Variante des Birchermüeslis schmackhaft machen. 
Ich weiss- Birchermüesli darf ich es wahrscheinlich nicht mehr nennen...

Deshalb nenne ich es: Müesli "Indian Summer"
Viel Spass beim Zubereiten!



Zeit: ca. 30min. + nach Wunsch kühl stellen

Zutaten:
1 reife Mango, 1 Banane, halber Granatapfel, Haferflocken fein, 150-200g Joghurt, 1.5dl geschlagener Rahm, 3 EL Zucker, 
2-3 EL Mandelstifte oder Pistazien, 
2-3 EL Kokosflocken, 3L Zucker, 1 EL Zucker, etwas Milch, 1 Briefchen Safranpulver, gemahlener Kardamom


Tipps:


  • Mango mit dem Sparschäler schälen und mit einem grossen Messer das Fruchtfleisch links und rechts vom Kern abschneiden. Dann restliches Fruchtfleisch abschneiden.
  • Granatapfel in der Mitte rundherum einritzen und dann auseinanderbrechen. Kerne in eine Schüssel mit Wasser geben. Mit einem Sieb oben die weissen Häutchen abschöpfen. Wasser abgiessen. 
  • Der Safran muss in etwas warme Milch gegeben werden, damit er seinen wunderbaren Duft richtig entfalten kann! Gut rühren und auskühlen lassen.
  • Dem Kokoscrumbel muss etwas Wasser hinzugefügt werden, damit der Zucker nicht anbrennt.




Anleitung:

1 Safranmilch 
In einem kleinen Pfännchen oder der Mikrowelle etwa einen halben Deziliter Milch erwärmen. Wenn die Milch warm ist, das Safranpulver unterrühren und ganz auskühlen lassen

2 Kokoscrumble
Den Kokoscrumble kannst du beliebig variieren. Ich hatte gerade keine Pistazien da und auch keine Mandelstifte. Da mich ganze Mandeln nicht stören, habe ich diese verwendet. 
In einer Bratpfanne ohne Öl Nüsse kurz anrösten, dann Kokosflocken, 
1 EL Zucker, 1/2 TL Kardamompulver und 1-2 EL Wasser dazu. Wer will, kann für die Optik und den zusätzlichen Geschmack noch Safranfäden mithineingeben. Unter ständigem Rühren rösten, bis die Kokosflocken anfangen braun zu werden. Wenn alles schön verbunden ist, in eine Schüssel geben und auskühlen lassen. Der Crumble sollte beim Auskühlen härter und krümeliger werden.



3 Zutaten mischen
Joghurt, Rahm, ca. 3 EL Zucker und Haferflocken vermischen und etwas einweichen lassen. Mango würfeln, Banane in Rädchen schneiden und Granatapfelkerne herauslösen.
Von den Granatapfelkernen etwas beiseite stellen für die Dekoration.
Alles unterrühren.
Die Safranmilch dazu und gut untermengen.
Den nun kalten Crumbeln etwas auseinanderbröseln, und den grösseren Teil unter das Müesli mischen, den Rest zur Dekoration mit den Granatapfelkernen über das fertige Müesli geben!

Wer will kann das Müesli noch kalt stellen. Bei heissen Aussentemperaturen wirkt es dann etwas erfrischender.

Voilà, schon befindest du dich in den Ferien!:)

Guten Appetit!



Samstag, 11. April 2015

Bärlauchnudeln

Bärlauch, der typische Frühlingsbote!

Wer kennt ihn nicht?! Mit seinem betörenden Geruch erfüllt er im Frühling die Wälder. Beim Selbersammeln sollte man die jungen Blätter nehmen, an Stellen, die eher schwerer zugänglich sind für Hund und Mensch, und darauf achten, dass keine Verwechslung vorliegt! Es wird davor gewarnt, gut auf die Unterschiede zum Maiglöckchen und der Herbstzeitlose zu achten. Diese sind giftig. Allerdings wächst dass Maiglöckchen eher auf Wiesen und die Herbstzeitlose im Herbst. Dennoch schreibe ich euch hier ganz kurz die Unterscheidungsmerkmale auf. 
Du erkennst Bärlauch an folgenden Merkmalen:
Duft: Zerreibt man die Blätter zwischen den Fingern, macht sich der typische Knoblauchduft breit. Fehlt das, ist es kein Bärlauch!
Blätter: Die Bärlauchblätter sind mattgrün, weich, haben eine deutliche Gliederung und eine lanzettähnliche Blattfläche. Sie wachsen einzeln aus dem Boden und haben einen dünnen Stiel. Beim Maiglöckchen wachsen die glänzenden Blätter paarweise am Stängel und diejenigen der Herbstzeitlose haben keinen sichtbaren Stängel. Beide sind hochgiftig! 
Blüten: Die Blüte des Bärlauchs ist weiss, wächst in der Hülle nach oben. Die Blüten der Maiglöckchen hängen vom Blütenstiel und diejenigen der Herbstzeitlose blühen im Herbst und sind violett. 

Wenn du immer noch unsicher bist, findest du auf Youtube jede Menge Videos, welche dir bei der Unterscheidung helfen können!
Auf jeden Fall solltest du die Bärlauchblätter vor dem Verzehr sehr gründlich waschen.

Die einen lieben ihn, die anderen kann man damit jagen! :-)
Ich liebe ihn. Und für alle, die auch so empfinden, gibt es nun mein Bärlauchnudel-Rezept zum Nachmachen!



Rezept: 200g Mehl, 2 Eigelb, 1/2 Ei, 2 EL Olivenöl,
etwas Wasser, 30g Bärlauch
Zeit: ca. 1 Std. 20 min.
Teigherstellung: 25 min.
Teig ruhen lassen: 20 min.
Teig zu Nudeln verarbeiten: 20-30 min.
Nudeln kochen: nur 2 min. im kochenden Wasser ziehen lassen!

Zutaten und Material:
Zutaten s. Bildtext oben, Mehl, Knetmaschine (auch von Hand möglich), Nudelmaschine (Nudeln können auch von Hand geschnitten werden), Topf, Wasser, Salz



Tipps:

  • je nach Bedarf kann noch Wasser oder Mehl zugegeben werden
  • Der Teig sollte glatt und elastisch sein.
  • Zum Ruhen bei Zimmertemperatur: Teig in Frischhaltefolie wickeln
  • Teig in kleineren Portionen durch die Maschine lassen. Restteig immer wieder in Folie einwickeln! Mehrmals bei derselben Stufe durchlassen! Immer wieder etwas mit Mehl bestäuben, damit nichts klebt
  • Zu zweit geht es besser
  • Wasser schon während dem Nudelauswallen zum Kochen bringen. Nudeln nach dem Schneiden gleich ins kochende Wasser geben. Nur ziehen lassen!
  • Diese Menge Teig reicht für 3 Portionen Nudeln.

Anleitung:

1 Bärlauch blanchieren

Wenn du willst, kannst du den Bärlauch gut waschen, in kochendem Wasser kurz blanchieren und im Eiswasser abschrecken. Danach pürieren und so zum Nudelteig geben. Die Nudeln werden so schön grün.
Ich habe den Bärlauch gründlich gewaschen , trocken geschleudert, etwas geschnitten und dann mit dem Olivenöl püriert. Nicht allzu fein. Ich finde die Struktur, die so entsteht, sehr schön.




2 Nudelteig herstellen

Mehl, Eigelb, 1/2 Ei und Bärlauchmasse in der Küchenmaschine zu einem elastischen Teig kneten. Ist der Teig nach längerem Kneten noch klebrig, darfst du nochmals wenig Mehl zugeben. Ist er bröckelig, noch etwas Olivenöl oder Wasser.
Wenn der Teig schön glatt ist, muss er in Frischhaltefolie gewickelt noch ca. 20-30min. bei Zimmertemperatur ruhen.






3 Nudeln herstellen
Ich habe einen Nudelaufsatz für meine Küchenmaschine. Beinhaltet eine Walze und einen Nudelschneider. Zuerst montiere ich die Walze. Der Teig wird in ca. 3 Stücke aufgeteilt. Die Reststücke immer wieder in die Folie verpacken, damit sie nicht austrocknen. Den Teig möglichst schnell verarbeiten, sonst wird er brüchig.
Den Teig bemehlen und bei Stufe 1  drei- bis viermal durchlassen. Dabei immer wieder zusammenfalten. Es sollte eine möglichst regelmässige Teigbahn entstehen. Den Abstand immer wieder verringern bis zur Stufe 7. Wenn man ganz dünne Nudeln mag, kann man sie auch noch durch die Stufen 8-9 lassen.
Die erste Teigbahn ist fertig. Du kannst sie auf ein sauberes, trockenes Küchentuch legen, bis du den restlichen Teig auch verarbeitet hast. Mit dem Restteig gleich verfahren. Dann den Nudelschneider montieren und die Teigbahnen durchlassen.
Nudeln ohne Maschine: Teig von Hand kneten, ruhen lassen, mit Wallholz auf Messerklingendicke auswallen, gut bemehlen, einrollen und ca. 5-7mm breite Streifen abschneiden. Auf Tuch verteilen.

Susannes helfende Hände!! :-)






4 Nudeln kochen
Während dem Nudeln schneiden, ein Topf mit Wasser und Salz zum Kochen bringen. Die fertigen Nudeln hineingeben, etwas rühren und max. 2 min. ziehen lassen.
Dann das Wasser ableeren und die Nudeln mit Beilagen deiner Wahl servieren!





Sieht gut aus oder? Susanne hat mir auch dieses Mal geholfen. Wir waren beide zufrieden mit dem Ergebnis.


Hmmmm! Ich kann die Nudeln schon riechen! Einen schönen Frühling wünsch ich dir!




Sonntag, 29. März 2015

Kochen wie die Starköche 1

Tanja Grandits Gewürzküche

Meine liebe Schwägerin Karin hat mir ein ganz tolles Kochbuch zu Weihnachten geschenkt! Es enthält 150 kreative Rezepte und ist wie gemacht für mich, da ich Gewürze liebe!




Gemeinsam mit Karin habe ich mehrere Stunden in der Küche zugebracht und drei Gericht daraus nachgekocht. Tanja Grandit verwendet Gewürze und Kräuter, von denen auch ich - und ich kenne wirklich viele - noch nichts gehört habe. Die Zutaten zu besorgen, ist nicht ganz einfach. Dieses Mal hat das Karin gemacht.
Nach fünf Stunden kreativem Tun in der Küche haben wir uns stolz an den Tisch gesetzt!
Es hat alles richtig super geschmeckt! Deshalb lassen wir alle gerne daran teilhaben...



Nun die Impressionen dazu!


Vorspeise: Maispoularden Piment Burger mit Aprikosenpaste


Zum ersten Mal habe ich Rüeblistreifen frittiert. Dazu haben wir die alte violett-orange Sorte genommen, um unsere eigene Note hineinzubringen.

 Karin hat ein sehr gutes Auge für Ästhetik!

Die fertige Aprikosenpaste vor dem Anrichten

Das Mise en place für die Burger. Das Pouletfleisch haben wir selber durch den Wolf gedreht. Wieder einer meiner tollen Aufsätze für meine heissgeliebte Küchenmaschine benutzen können!

Voilà, wir präsentieren die Vorspeise!



Hauptspeise: Rote Bete Risotto mit Feta und Zimt-Ducca

Gleich die Hauptspeise. Das Ducca ist übrigens dieselbe Mischung, die ich gepostet habe.  
Siehe Dukkah, nur mit Zimt aufgepeppt. Natürlich auch selbst gemacht!:-)

Wie diejenigen, die mich kennen wissen, mag ich keinen Käse. Das ist also meine Portion!    



Dessert: Himbeer Rosen Macarons

Macarons wollte ich schon immer mal ausprobieren. Vom Aufwand her geht es gut. Der Teig war ziemlich dünnflüssig, aber es hat trotzdem geklappt. Die Lebensmittelfarbe (Karin wählte violett) hat sich beim Backen jedoch durch die Bräunung etwas verabschiedet... :-( Hier heisst es weitertüfteln!)
Der Dessert war das Aufwändigste am ganzen Gericht. Mehrere Teilschritte, Puddings und Gelées, die wir noch nie gemacht haben.
Es war aber soooo lecker! Meine Mutter hat sogar gesagt, sie hätte in ihrem langen Leben noch selten einen so guten Dessert gegessen!

Einige Zutaten für die Litschi-Rosen-Crème, die auf die Macarons kommt.


Macarons "ohni nüt" :-)

Die servierfertigen Macarons mit Litschi-Rosen-Crème, Rosengelée, Himbeeren und Kirschen



Zum Schluss noch eine Variation vom nächsten Tag. Wir hatten noch Macarons übrig, etwas Aprikosenpaste von der Vorspeise, Joghurt und Litschis.
Vielleicht von der Optik her nicht so der Renner, aber geschmacklich fand ich meine Eigenkreation top!



Vielleicht hat das auch eure Fantasie und Neugierde geweckt!? 
Viel Spass beim Tüfteln!